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Diskus Studio
Diskus-Studio Tinnes

Leseprobe der RGD

Unser besonderer Dank gilt Oliver Krug, der seit 2001 Erfahrungsberichte von Diskusaquarianern mit Gesellschaftstieren sammelte , auswertete und diese ebenso wie die Rahmenbedingungen für das Diskusaquarium , die er zusammen mit Mitgliedern der Diskusliste und des Diskusbrief-Forums erarbeitete , eindrucksvoll zusammenfaßte.

Leseprobe der Rahmenbedingungen und Gesellschaftstiere für das Diskusaquarium

ausgearbeitet und zusammengestellt von Oliver Krug



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17. Quarantäne und Eingewöhnung von Diskusfischen

Viel zu wenig Beachtung wird einer sorgsamen Eingewöhnung, zu der ein langsames Umsetzen und entsprechende Quarantänemaßnahmen gehören, zugedacht.

Hauptziel einer Quarantäne ist das Beobachten der Diskus, die langsame Anpassung der Wasserwerte und zuletzt das gegenseitige Animpfen der beiden Aquarien.

Das ist deshalb wichtig, da die Diskus in ihrer ursprünglichen Umgebung ein ganz bestimmtes biologisches Umfeld gewohnt waren, sich meist mit gewissen Erregern arrangieren mußten und als Neuankömmlinge bereits den Fang-, Zwischenhälterungs- und Transportstreß hinter sich haben. Wenn Sie dann unmittelbar und ohne Quarantäne in ein neues Gesellschaftsbecken eingesetzt werden, werden sie meist zusätzlich noch mit völlig anderen biologischen und wassertechnischen Bedingungen (z.B. ungewohnte Wasserhärte, abweichende Temperatur, anderer pH-Wert, etc.) konfrontiert, was zu den bereits aufgezählten Streßfaktoren eine wesentliche Steigerung bedeutet. Zudem ist es sehr wahrscheinlich, daß sie von dem vorhandenen Besatz als Eindringlinge angesehen werden und sich erst ihren Platz in der Rangordnung erkämpfen müssen, was wiederum Streß bedeutet. Kommen dann auch noch für die Neuankömmlinge unbekannte Erreger hinzu, die für die bereits vorhandenen Diskus meist kein Problem darstellen, kann das für die Neuankömmlinge schnell zu viel sein. Dies gilt natürlich auch umgekehrt in der Form, daß die neuen Diskus unbekannte Erreger in das Gesellschaftsbecken einbringen können. Die bereits vorhandenen Diskus haben einen wesentlichen Vorteil, der darin besteht, daß sie zumindest das biologische Umfeld gewohnt sind und damit ein Streßfaktor weniger gegeben ist, was nicht immer heißen muß, daß sie damit besser klar kommen.

Direkte Folgen einer mangelhaften Eingewöhnung, fehlender Quarantäne und dem sonstigen Streß können dann z.B. der Befall mit diversen Ektoparasiten sein. Aber auch wenn die Tiere dem Anschein nach die Prozedur schadlos überstanden haben, sind Spätfolgen durch die temporäre Überforderung der Immunabwehr nicht auszuschließen. Das kann sich unter anderem auch durch die ungehemmte Vermehrung von Darmflagellaten äußern.

Unser Listenmitglied Hartmut Biallas hat in Kenntnis dieser Problematik sehr gute und ausführliche Empfehlungen für eine sorgsame Anpassung, Eingewöhnung und Quarantäne von Aquarienfischen gegeben. Er ist nachvollziehbar der Auffassung, daß durch langsames Anpassen an die künftigen Wasserparameter ein erheblicher Teil des Stresses reduziert werden kann.

Dazu verwendet er eine Styroporbox, welche er mit glatter Teichfolie auslegt. Darin plaziert er die geöffneten Transportbeutel und verbindet diese mittels Luftschläuchen mit dem neuen Aquarium. Durch die Luftschläuch läßt er dann langsam Aquarienwasser in die Beutel fließen, bis diese überlaufen und die Styroporbox langsam füllen. Wenn das Wasser in der Box eine bestimmte Höhe erreicht, können die Tiere vorsichtig in die Box entlassen werden. Durch wiederholtes Abschöpfen des Wassers und erneutem Zulauf über die Luftschläuche wird erreicht, dass das Wasser in der Box nach einer gewissen Zeit nahezu die gleichen Werte aufweist, wie im künftigen Aquarium. Diese Prozedur kann u.U. je nach Ausgangswasser und Transportdauer schon mal 2 Stunden und länger dauern. Danach kann man die Tiere mit der Box in das Quarantäneaquarium stellen (das in der Box befindliche Wasser ist ja nun fast kein Transportwasser mehr ;-) was zum Vorteil hat, daß man den Fischen einen erneuten Fangstreß erspart und sie selbstständig die (noch) schützende Box verlassen können. Nach einiger Zeit sollte man anfangen, Wasser vom Gesellschaftsbecken in das Quarantänebecken einzubringen und so die Neulinge an das neue biologische Umfeld zu gewöhnen, was man auch Animpfen nennt. Treten keine Auffälligkeiten auf, sollte das Animpfen in umgekehrter Form (Quarantäne in Gesellschaftsbecken) erfolgen und treten auch da keine Auffälligkeiten auf, kann man die Neuankömmlinge zu dem Altbestand in das Gesellschaftsaquarium setzen, was sinnvollerweise nach dem Abschalten der Beleuchtung geschehen sollte.

Frank Tinnes modifiziert diese Prozedur hinsichtlich Diskus dahingehend, daß er die Diskus nicht aus den Transportbeuteln in die Styroporbox entläßt, da Diskus zu panikartigen Reaktionen neigen und sich dann sehr leicht verletzen können. Dies insbesondere, wenn man sich von oben überbeugt und Wasser abschöpft. Auch sind die Styroporboxen in denen Diskus transportiert werden, groß und unhandlich, so daß sie mit Wasser schwer sind und vom Format her seltenst in ein Quarantänebecken passen dürften. Deswegen läßt Frank ganz langsam Wasser in die Transportbeutel laufen bis diese überlaufen und die Transportbox nahezu voll ist. Dann hängt er ein großes Netz in einen Eimer, nimmt einen Transportbeutel samt Diskus und schüttet den Inhalt vorsichtig in das Netz - diese Prozedur kann nicht mit dem Streß beim Herausfangen eines Diskus verglichen werden. Dann überführt er den Diskus unverzüglich in das Quarantänebecken und entsorgt das Wasser. Bezüglich des gegenseitigen Animpfens der Wässer verfährt er wieder wie Hartmut.

Ich persönlich halte Hartmut`s Vorgehensweise für kleinere und weniger schreckhafte Fische für sinnvoll, wobei ich zuletzt doch mehr zum Abfangen der Fische und entsorgen des Wassers tendiere. Aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen mit gestreßten Diskus sowie deren Panikreaktionen und in Kenntnis der Größe meines Quarantänebeckens (60x50x60) halte ich Frank`s Anregungen hinsichtlich Diskus für sinnvoll.

Die ganze Prozedur mag etwas umständlich erscheinen, erspart den Tieren aber jede Menge Streß und sie werden es über die Jahre danken.

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* Corydoras * Panzerwelse *
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Mergus Fotoindex 1-5, 270 ff.

Sterba`s Süsswasserfische der Welt, 405 ff.

Größenangabe: < 9 cm (Ausnahme: C. barbatus 12 cm und C. macropterus 10 cm)

Fundort: Corydoras adolfi Rio Negro Uaupés, Brasilien
Corydoras aeneus Venezuela, Trinidad und bis zum La-Plata-Becken
Corydoras agassizii Peru, Iquitos
Corydoras bolivianus Rio Mamoré, Bolivien
Corydoras burgessi Amazonien, Brasilien
Corydoras concolor West-Venezuela
Corydoras duplicareus oberer Rio Negro, Brasilien
Corydoras haraldschultzi oberer Rio Guapore, Zentralbrasilien
Corydoras hastatus Amazonas bei Villa Bella, Rio Guaporé, Brasilien
Corydoras julii Brasilien, unterer Amazonas
Corydoras melanistus Guayana (Essequibo), Orinoko (?)
Corydoras napoensis Ecuador, Peru
Corydoras natteri östliches Brasilien
Corydoras paleatus SO-Brasilien, La Plata
Corydoras panda Ucayali-System, Peru
Corydoras pygmäus Nebenflüsse des Rio Madeira, Brasilien
Corydoras rabauti Peru, Brasilien
Corydoras sterbai oberer Rio Guaporé, Brasilien

Bewertung:

+ = 38
+ und - = 5

Aus dem Bewertungsspiegel ist ersichtlich, daß die Corydorasarten sich großer Beliebtheit erfreuen und sehr gut für eine Vergesellschaftung im Diskusaquarium geeignet sind. Mit Abstand am meisten gepflegt werden C. sterbai, C. panda, C. aeneus, C. adolfi und C. julii und zwar in dieser Reihenfolge. Sämtliche anderen vorstehend aufgeführten Panzerwelsarten werden von nur einem, maximal zwei Einsendern erwähnt. Die Corydorasarten werden einstimmig als putzmuntere und gesellige „Kerlchen“ beschrieben, die ausnahmslos unauffällig gegenüber Diskus sind. Sie sind tagsüber aktiv und die Wasseranforderungen der Diskus können als ideal für die Panzerwelse bezeichnet werden. Sie sind die besten und friedlichsten Resteverwerter und ernähren sich hauptsächlich von Futter, das zwischen die Pflanzen fällt - Algenvernichter sind sie aber keine. Sie finden ihr Futter selbst in den entlegensten Stellen und sind gute Indikatoren für einen Sauerstoffmangel. Sie steigen dann sehr häufig zur Oberfläche auf und setzen ihre Fähigkeit zur Darmatmung ein. Mulmabsaugen machen sie fast überflüssig. Wärmebehandlungen werden in der Regel bei guter Belüftung und langsamer Gewöhnung ohne Verluste bis 35 °C überstanden, wobei diese Temperaturen die Obergrenze darstellen dürften. Das Verhalten bei hohen Temperaturen wird unterschiedlich beschrieben. Zum einen wird berichtet, daß die Fröhlichkeit verloren geht, sie sich verstecken und einfach still und müde verhalten. Zum anderen wird berichtet, daß sie dann sehr schreckhaft und nervös reagieren. Zweimal wurde berichtet, daß beim Hochfahren der Temperatur für eine Wärmekur auf 32-33°C Verluste bei aeneus und rabauti (nur adulte Tiere) beobachtet wurden. Ebenso bei einer Wärmebehandlung von Corydoras adolfi, melanistius und paleatus bei 35°C trotz zusätzlicher Belüftung. In einem Fall bei C. paleatus sogar schon bei 30°C. Sandboden ist absolutes Muß und scharfkantige Gegenstände sind absolut zu vermeiden, da sie sich sonst an den Barteln verletzen bzw. diese sich zu stark abnutzen und dadurch die Panzerwelse behindern. Panzerwelse reagieren sehr empfindlich auf Kupfer und es wurde berichtet, daß nach korrekter Anwendung eines kupferhaltigen Medikamentes eine ganze Panzerwelsnachzucht verloren wurde und im nachhinein einige ungeklärte Todesfälle bei ausgewachsenen Panzerwelsen auf die Anwendung dieses kupferhaltigen Präparats zurückgeführt wurden. C. pygmäus sollten erst ab einer Größe von ca. 2 cm zusammen mit Diskus gehalten werden, da sie sonst von den Diskus als Nahrung angesehen werden könnten. Auch im ausgewachsenen Stadium wurde berichtet, daß Diskus auf den Geschmack gekommen sind. Aus diesem Grund ist diese sehr interessante Art für ein Diskusaquarium weniger geeignet.

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* Pimelodus pictus * Engelantennenwels *
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Mergus Fotoindex 1-5, 373

Größenangabe: > 11 cm

Fundort: Kolumbien

Bewertung:

- = 1

Der Wels wird als Giftpilz beschrieben, ist sehr schön, aber überaus aggressiv. Für ein Diskusbecken nicht geeignet, zumal er eventuelle Beifische, wie Neons, zum Fressen gern hat.

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* Colisa chuna / sota * Honiggurami *
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Mergus Fotoindex 1-5, 590

Größenangabe: 5 cm

Fundort: Nord-Indien, Assam und Bangladesh

Bewertung:

+ = 1
- = 1

Es existieren zwei absolut gegensätzliche Erfahrungen. Ein Einsender beschreibt diese Fische als gut geeignete Beifische, allerdings nichts für den Fundamentalisten. Der andere Einsender berichtete, daß er immer wieder Diskus panikartig durchs Becken schießen sah, bis er die Ursache endlich herausgefunden hatte. Die Honiggurami haben die Diskus nämlich immer wieder in die Rücken- und Schwanzflossen gebissen, sobald sie dem Gelege zu nahe kamen. Zwar konnten keine sichtbaren Beschädigungen der Flossen festgestellt werden, aber die Diskus wurden natürlich sehr schreckhaft.

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* Pterophyllum * Skalare *
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Mergus: Fotoindex 1-5, 774, 775

Größenangabe: 18-25 cm

Fundort: Brasilien, Guyana, Ecuador, Peru

Bewertung:

+ = 8
+ und - = 2
- = 3

Die Einsender positiver Berichte haben keine Probleme bei der Vergesellschaftung und auch bei der Fütterung sollen die Diskus nicht zu kurz kommen; es wird aber meist an mehreren Stellen gefüttert. Dies Einschätzung soll nicht für sehr junge Diskus gelten, die meist den kürzeren ziehen und dadurch nicht ordentlich abwachsen. Daß Skalare mit Parasiten besser umgehen können als Diskusfische, konnte nicht bestätigt werden. Überwiegend handelt es sich jedoch um Vergesellschaftungen mit Altum Skalaren. Die Einsender negativer Erfahrungsberichte schildern, daß die Diskus bei der Fütterung immer zu kurz kamen. Auch bringen die permanenten Streitereien unter den Skalaren und mit den Diskus Unruhe ins Aquarium. In einem Fall wurde sogar von Bißattacken berichtet.

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